• Simple Item 1
  • Simple Item 2
  • Simple Item 3
  • Simple Item 4
  • Simple Item 5
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

1807 – Gründung der Brauerei „Zu den drei Kronen“

1807 gründet Johannes Michael Wienges die Brauerei „Zu den drei Kronen“ auf der Sternstraße in Krefeld. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1837 übernimmt der Sohn Anton Wienges die Brauerei. Während sich der älteste Sohn Heinrich Wienges 1875 durch die Gründung der Brauerei Wienges auf der Neusser Straße selbstständig macht, übernimmt der zweite Sohn Johannes Wienges 1883 das Stammhaus auf der Sternstraße.

1896 – August Gleumes übernimmt die Brauerei

August Gleumes wurde am 15. August 1855 auf dem Dixhof in St. Hubert geboren. Nach Besuch von Volksschule und Gymnasium in Kempen war er zuerst in der Landwirtschaft tätig. Seine Militärzeit leistet er bei den Bonner Husaren ab. Im Jahre 1875 stirbt der Vater von August Gleumes. Der Hof wird teilungshalber verkauft und von Jakob Fonken und Josefa Gleumes erworben.

Seit dieser Zeit ist August Gleumes im Brauereigewerbe tätig. Seine Brauerlehre absolviert er in der Brauerei Kuhles in St. Tönis. Nach der Lehre arbeitet er als Brauergeselle in Palling bei Traunstein. Danach absolviert er die Brauerschule in Worms. In späteren Jahren ist er außer in der Brauerei Tivoli noch in den Krefelder Brauereien Göbels und Louven tätig, die obergäriges Bier brauen.

1892 kauft August Gleumes Gastwirtschaft und Bäckerei von Gottfried Haffmanns in St. Hubert gegenüber der Kirche. Dort heiratet er 1893 Maria Wienges. Die Eheleute bekommen drei Kinder - Anna, Heinrich und Josefa. 1896 verkauft August Gleumes sein Anwesen an Julius Louven und übernimmt von seinem Schwager Johannes Wienges die Brauerei, die Mälzerei und die Gaststätte an der Sternstraße 12.

1905 – Umfangreiche Neu- und Umbauten

Das Geschäft entwickelte sich fortan so gut, dass nach einigen Jahren die Räumlichkeiten zu klein wurden und erweitert werden mussten. Im Jahr 1905 werden umfangreiche Neu- und Umbauten vorgenommen. Die Bautätigkeit erstreckt sich von der Ecke Sternstraße / Nordstraße bis zur Geldernschen Straße. Die Grundstücke haben nun eine Gesamtfläche von knapp 600 qm. An Stelle der alten Gaststätte an der Sternstraße entsteht ein großer Neubau mit ausgedehnten Wirtschaftsräumen.

Die bis 1906 im Flügel des Hauses gelegene Brauerei und Mälzerei wird nach Fertigstellung in das alte Wohnhaus Nordstraße Ecke Geldernsche Straße verlegt. Der Flügelbau wird für Gastwirtschaft und Wohnung umgebaut. Das gesamte Grundstück an der Nordstraße wie der Hof und Neubau werden unterkellert, neue Lager- und Abfüllkeller werden gebaut, große Lagerfässer angelegt sowie eine Abfüll- und Filteranlage angeschafft. Ferner wird in eine neue Braupfanne sowie in eine mit elektrischem Antrieb versehene Kühlmaschine investiert. Bei der Neueröffnung 1906 gilt die Brauerei für die damalige Zeit als einer der modernsten Betriebe am gesamten Niederrhein.

1914 – der erste Weltkrieg – schwere Zeiten brechen an

Das Geschäft floriert weiter und Jahre ungetrübten Glücks und Aufstiegs folgen – bis zum Beginn des 1. Weltkriegs. Schon 1915 machen sich die ersten Kriegsfolgen bemerkbar. Braugerste und Malz werden Mangelware. Der im Betrieb tätige Sohn Heinrich, geboren am 01.01.1896 in St. Hubert, wird ebenso wie der Braumeister Hermann Tervooren zum Militär eingezogen und der Betrieb wird von August Gleumes mit einem alten Brauer so gut es eben geht aufrecht erhalten.

Es kommt die Zeit des beschränkten Malzkontingents. Bei beschränktem Ausschank kann daher nur noch Dünnbier gezapft werden. Dem Krieg fällt ein Teil der kupfernen Bottiche und Rohrleitungen zum Opfer, die für die Kriegsmaschinerie abzuliefern sind. Zudem hindern beschränkte Öffnungszeiten einen geregelten Ausschank. Dennoch ist das obergärige Bier von Gleumes in dieser schweren Zeit das beste Bier in der Stadt, da die Großbrauereien Krefelds allerhand Ersatzmittel benötigen und für ihren Bedarf nicht genug Gerste bekommen können.

1928 – Heinrich Gleumes übernimmt die Brauerei

Im Jahr 1928 setzt sich August Gleumes in den wohlverdienten Ruhestand. Er überträgt Brauerei und Gaststättenbetrieb seinem Sohn Heinrich, nachdem dieser zuerst im väterlichen Betrieb, danach in anderen Brauereien (u. a. der Rhenania Brauerei Krefeld) tätig gewesen war. Nach Beendigung des Weltkrieges absolviert Heinrich Gleumes die Brauerschule in Grimma. Von da ab ist er unterbrochen im Brauerei- und Wirtschaftsbetrieb tätig und hat auch an der Expansion zu Zeiten seines Vaters erheblichen Anteil.

Im August 1928 heiratet er Barbara Opgen-Rhein aus Hamborn, die ihm auch im Gastronomiebetrieb tatkräftig zur Seite steht. Unter der Führung von Heinrich Gleumes entwickelt sich das Unternehmen immer weiter und macht sich die fortschreitenden brautechnischen Verbesserungen zunutze.

Der Bierbrauer Hermann Tervooren ist seit 1912, mit Ausnahme der Kriegsjahre, in der Brauerei tätig und sorgt mit für die Herstellung eines gleichbleibend guten Tropfens. Die Brauerei wird erneut mit modernsten Geräten, wie Gär- und Lagerbottich, Dieselmotor usw. versehen. Eine eigene Kraftanlage versorgt nun den Betrieb. Eine Kühlanlage mit Eiserzeugung für den Eigenbedarf gibt auch bei der größten Hitze die Gewähr für ein stets gleichmäßig gekühltes Bier. hauptsächlich werden zwei Spezialbiere hergestellt. Das Weißbier, der Typ jenes niederrheinischen Altbieres, wie man es schon seit Jahrhunderten in Krefeld findet, und das Lagerbier - ursprünglich das Bier für den Sommer - welches aber auch schon ganzjährig gebraut wurde.

1933 – 125jähriges Bestehen der Brauerei

Zum 125-jährigen Bestehen im Jahre 1933 präsentiert sich das Unternehmen als moderner Brau- und Wirtschaftsbetrieb. Auch die Gaststättenräume werden einer gründlichen Renovierung unterzogen. Zudem beauftragt Heinrich Gleumes den Krefelder Kunstmaler Paul Keller, mit einer Reihe von Bildern die Räume angenehm und gemütlich zu gestalten. Neben zwei größeren Bildern – „Krefeld von Nordwesten gesehen um das Jahr 1735“ und „Blick von der Brauerei Zu den drei Kronen auf das Hülser Tor und die Stadt um 1823“ –  entstehen eine Reihe von Alt-Krefelder Originalen. Sie sollen die Erinnerung an die gute alte Zeit wach halten

Umbruch 1960

Im Jahre 1960 verkauft Heinrich Gleumes sein Anwesen mit Brauerei und Gaststättenbetrieb der Tivoli-Brauerei mit der Maßgabe, für sich und seine Ehefrau lebenslange Rente und lebenslanges Wohnrecht zu bekommen. Die Tivoli-Brauerei wird von der Brauerei Schlösser in Düsseldorf übernommen, diese von der Schwabenbräu AG, die später in der Dortmunder Union AG aufgeht. Auf die Tivoli-Brauerei kommen schwere Zeiten zu, die später zur endgültigen Schließung führen.

1970 wird Günter Ihlenfeld zum Geschäftsführer beider Häuser bestellt. Im Februar 1975 tritt er Gerüchten entgegen und erklärt: Bei Gleumes wird weiterhin gebraut, da die Brauerei sehr gut florieren würde. Fassabfüllung und Fassreinigung übernimmt allerdings Tivoli, so dass die Brauer bei Gleumes von Nebentätigkeiten entlastet werden und rund um die Uhr brauen können. Auch .wird durch den Einbau neuer Tanks die Lagerkapazität vergrößert.

1982 – 175jähriges Firmenjubiläum

Das 175-jährige Jubiläum wird im August 1982 drei Tage lang gefeiert. Riesenstimmung und große Besucherzahlen beherrschen die Festlichkeiten an der Nordstraße. Die Krieewelsche Pappköpp mit ihrer Marionettenfigur Cornelius de Greiff lesen den Stadträten und Stadtbeamten die Leviten wegen des vernachlässigten Stadterbes. Oberbürgermeister Dieter Pützhofen nimmt's mit Humor, war es ihm doch gelungen, erstmals einen Bieranstich trockenen Fußes zu überstehen. Meister Ponzelar (Egon Spintig) hält eine Laudatio auf die Gleumes-Brautradition. Bänkelsänger, Zauberer Wittus Witt sowie eine schwungvolle Kapelle treten in Aktion.

1985 – „Gleumes geht in die Vollen“

Im Dezember 1985 gibt es einen Wachwechsel in der Brauerei. Nachfolger des langjährigen Braumeisters Hubert Friedrichs wird Johannes Limmer, der seit 1979 bei der Brauerei Schlösser und danach bei Tivoli als Braumeister tätig war. Nachdem Günter Ihlenfeld in den Ruhestand tritt, werden Heinz Nelles und Helmut Lenz neue Geschäftsführer der Brauerei. Bei der Brauerei Gleumes geht es weiter aufwärts. Schlagzeilen in den Tageszeitungen, wie „Gleumes geht in die Vollen“ und „Gleumes erhöht Kapazität“ zeugen von ständigen Investitionen. Für die adäquate Gleumes-Markenpflege wird als Leiter für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit der Hausbrauerei Herbert Schagen berufen. Er soll dafür sorgen, dass „Gleumes in aller Munde“ ist. Die seit Jahren bestehende Vertriebsgemeinschaft zwischen Gleumes und Schlösser wird fortgesetzt.

1987 – Herbert Schagen wird Geschäftsführer

1987 wird Schagen, gebürtiger Krefelder, neuer Geschäftsführer der Brauerei. In diesem Jahr wird die Brauerei 180 Jahre alt. Ein Bürgerfest in Regie des Bürgervereins Nordbezirk mit einem attraktiven Programm für Jung und Alt wird auf die Beine gestellt. Ein 400 qm großes Zeltdach überspannt den Festplatz an der Sternstraße/Ecke Nordstraße. Der Brauereibetrieb kann besichtigt werden - und verschiedene Bands sorgen an drei Tagen für beste Unterhaltung.

1989 – „Gleumes greift auf dem Markt an“

Ab 1989 lautet die Devise:“Gleumes greift auf dem Markt an“. Eine Mundart-Kampagne wird gestartet. Auch der Brauerei-Ausschank unter Pächter Joschi (Josef) Varga wird um

ein Gesellschaftszimmer vergrößert. Küchenchef Werner Herbertz präsentiert auf der Speisenkarte Gerichte im Krefelder Dialekt, so z. B. „Näcken Hännes jebrooene“, „Fritzke-freudech-Schnitzel“ oder „Eärpel möt Zaus“. Der Streit um den Ausschank auf dem verbreiterten Gehweg auf der Nordstraße zwischen Gleumes und der Stadt hält noch eine Zeit lang an. Doch die Bürger des Nordbezirks haben ihr Urteil längst gesprochen. Das Ergebnis einer vom Bürgerverein durchgeführten Umfrage zu diesem Thema stärkt dem Wirt den Rücken.

1990 – umfassende Modernisierung der Brauerei

1990 macht die Modernisierung im brautechnischen Bereich erhebliche Investitionen erforderlich. Auch bauliche Erweiterungen sind in der Planung. Unter Beibehaltung der Häuserfronten wird ein neues Kühlhaus gebaut, und zwar nach einem Durchbruch vom bisherigen Brauereigelände an der Sternstraße zur Rückfront eines Gebäudes an der Geldernschen Straße, wo in der Toreinfahrt die neue Fassbier- und Syphon-Verkausstelle eingerichtet wird.

Im Oktober 1991 gibt es einen Wechsel: Braumeister Johannes Limmer geht nach 40 Jahren im Beruf in den Ruhestand. Das ihm einst überlieferte Braurezept gibt er weiter an seinen Nachfolger Michael Stiffel, der seine Erfahrungen in bayerischen Brauereien sammelte. Mit seinem Gardernaß von zwei Metern ist er immerhin der „längste Gleumes-Braumeister aller Zeiten“. Erstmalig in der Geschichte der Brauerei lernt eine junge Frau – Stephanie Grassmann aus Krefeld – den Beruf des Brauers und Mälzers. Während ihrer Lehrzeit bei Schlösser wechselt sie in ihre Heimatstadt, um hier zeitweise als erste und einzige Frau die Mannschaft zu verstärken.

Mittlerweile ist die „Brau und Brunnen“ Eigentümerin der Brauerei August Gleumes. Diese beliefert seit 1975 die Gastronomie von „Herbst Pitt“, da dort die Eigenproduktion 1970 eingestellt wurde. Zwischenzeitlich gab es bei Herbst von Rhenania hergestelltes obergäriges Alt. Zu dieser Zeit existieren neben Gleumes noch die Brauerei Rhenania und die Hausbrauerei Wienges als einzige Krefelder Brauereien.

2000 – Neubeginn

Im Sommer 2000 erfolgt ein größerer Umbau der Brauerei und des Ausschanks (inklusive Biergarten für 45 Personen) und die Verkaufsverhandlungen der Brau und Brunnen AG mit der Familie Klaus Mäurers zur Übernahme der Brauerei Gleumes beginnen. Die Verhandlungen kommen im Januar 2001 zum Abschluss und eine neue Ära in der langen Geschichte der Brauerei beginnt. Künftiger Geschäftsführer der August Gleumes GmbH wird der damals 25jährige Braumeister Georg Mäurers, der im Juni 2001 die neue Bierspezialität „Gleumes Hell“ einführt und das Sortiment nur wenige Monate später mit dem naturtrüben „Gleumes Weizen“ vervollständigt.

Gleumes Bier gibt es fortan auch wieder in einer 0,5l Bügelverschlussflasche. Der Ausschank wird im selben Jahr an die Gebrüder Rudnik GmbH verpachtet. 2002 wird die Brauerei modernisiert (neuer Filterkeller und Bodensanierung). Alle drei Sorten der Gleumes Flaschenbiere sind mittlerweile in mehr als 60 Abholmärkten und in mehr als 20 Gaststätten erhältlich.

2007 – Abgabe des Vertriebs

Im Jahr 2007 wird der Vertrieb der Fass- und Flaschenbiere an die Getränke Service Mäurers GmbH & Co KG abgegeben. Im selben Jahr wird das Wohnhaus mit dem darunterliegenden Ausschank durch einen Brand beschädigt.

2013 – neue Pächter

Unter der Geschäftsleitung von Luigi Colangiuoli übernimmt am 01.03.2013 die C.H.A. Gastro GmbH als Pächter den Gastronomiebetrieb. Die Leitung übernimmt der Krefelder Antonios „Toni“ Arabatzis. In den folgenden knapp 1 ½ Jahren als Betriebsleiter lernt er das Gleumes kennen und lieben, so dass er im Dezember 2014 den Gastbetrieb als Geschäftsführer der T.A.G.S. Gastro UG übernimmt.



Kontakt Brauerei

  Sternstraße 12
  47798 Krefeld

02151 - 60 15 39

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!